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06.07.2010 - Deutsche Meisterschaft ab Mittwoch: Der Weisheitszahn soll halten

Märkische Oderzeitung vom 6.Juli 2010, Von Rainer Jeschonek
Ein Blick in die persönliche Statistik von Maximilian Levy zeigt: Er ist international erfolgreicher als national. Das will er bei den am Mittwoch beginnenden Deutschen Bahnradmeisterschaften auf seiner Heimatbahn in Cottbus gern etwas ausgleichen.
„Im Sprint werde ich schon als der ewige Vierte geführt. In diesem Jahr möchte ich endlich mal eine Medaille“, spricht der Elitesprinter mit einem leicht genervten Unterton seine Zielstellung aus. Um dies zu erreichen, hat er sich seit April, nach der Weltmeisterschaft in Kopenhagen, zielgerichtet auf das nationale Championat vorbereitet. Und dabei liegt er voll im Kurs. Vor drei Wochen setzte Maximilian in Cottbus ein Ausrufezeichen, als er mit 9,98 Sekunden eine neue persönliche Bestzeit über 200 Meter aufstellte und dem hoch gehandelten Robert Förstemann zweimal beeindruckend das Nachsehen gab. Da dürfte eigentlich nichts schief gehen. „Ich sehe es nüchtern, jedes Rennen beginnt von vorn. Klar möchte ich meine 9,9 bestätigen, aber die anderen sind auch fleißig gewesen.“
Die Anderen, das sind seine ehrgeizigen Verfolger, für die es ums sportliche Überleben geht. Bei einer Deutschen Meisterschaft kann und muss man sich beweisen. Die jüngere Generation will Anschluss finden und den Weg in den Nationalkader schaffen. Dort wollen Etablierte mit Blick auf die Olympischen Spiele 2012 in London gern bleiben. Doch mit den Resultaten der vergangenen Weltmeisterschaft haben einige dafür nicht die besten Karten. Einer hat zu Beginn des Monats bereits seine Koffer gepackt. Der deutsche Sprintmeister von 2006 und 2007, Matthias John aus Erfurt, wird sich mit 31 Jahren künftig ausschließlich auf seine Arbeit bei der Bundespolizei und sein Fernstudium konzentrieren. So wird Levy der Gejagte sein, denn ihn zu bezwingen hat schon etwas mit der Aufwertung des Images zu tun.
Neben dem Sprint wartet natürlich noch seine Paradedisziplin auf ihn. Im Keirin wurde er im Kopenhagen WM-Dritter und in Cottbus kann Levy nach 2007 und 2008 zum dritten Mal in Folge Deutscher Meister werden. „Im Keirin ist alles möglich, unter anderem auch meine Titelverteidigung“, so sein Kommentar.
In der vergangenen Woche hat sich indes ein Gegner bemerkbar gemacht, der ihm auf allen Distanzen einen gewaltigen Strich durch die Rechnung machen kann. Es ist sein Weisheitszahn. „Ich bete förmlich jeden Tag, dass er diese Woche noch durchsteht. Die Schmerzen kommen, wenn ich auf ihn gebissen habe. Ich glaube, der muss raus, aber bitte erst nach der DM.“
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