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London, Tag 1 = Teamsprint…zum Einstimmen

Märkische Oderzeitung vom 1. August

Auf gehts! In Cottbus schob Heimtrainer Eyk Pokorny (Panketal) seinen Schützling noch an. In London ist der Coach Zuschauer.

Bernau (jes) Heute um 17.15 Uhr unserer Zeit hat alles Diskutieren ein Ende, dann zählen nur noch Fakten, wenn der in Bernau aufgewachsene Maximilian Levy mit seinen Teamgefährten René Enders und Stefan Nimke bei den Olympischen Spielen in London im Teamsprint an den Start gehen werden.

Diese Formation gewann 2008 bei den Spielen in Peking Bronze im Teamsprint, danach wurde Deutschland zweimal Weltmeister und einmal Vizeweltmeister in dieser Disziplin. Ende vergangenen Jahres fuhren die drei Deutschen den immer noch gültigen Weltrekord von 42, 91 Sekunden. Doch eine Bank für die Teilnahme in London war dies für keinen. Der Bundestrainer probierte immer wieder eine Neubesetzung der Positionen. «Es wird die geplante Formation an den Start gehen», sagte Bundestrainer Detlef Uibel vorgestern nun wohl abschließend in London.

Sorgenfalten bereitete Uibel das Loch zwischen Anfahrer Enders und dem folgenden Levy. Bekannt ist, dass Maximilian von je her nicht den allerbesten Antritt auf internationalem Niveau hat. Doch auch bei der Weltrekordfahrt hatte Levy sein Loch, wie schon damals in Peking. Und natürlich war die Konkurrenz im eigenen Lager nicht besonders bemüht, die Falten von Uibel zu glätten. Ruhig ist es dann nach der Olympia-Generalprobe beim Grand Prix in Köln vor eineinhalb Wochen geworden. Maximilian fuhr dort neuen Bahnrekord und legte gar die ersten 100 Meter in der Qualifikation für den Sprint schneller als Enders und Förstemann zurück.

Nun ist der Blick nach vorn gerichtet, Levy zeigte sich gestern entspannt: „Ich bin noch relativ ruhig. Alles andere kommt schon von allein.“ Von allein werden sich die viel gepriesenen Goldhoffnungen im Teamsprint nicht erfüllen. Uibel geht davon aus, dass man in London neuen Weltrekord fahren muss, um ganz vorn zu liegen. Die Deutschen haben dafür im Vorfeld alles getan, ihren Rhythmus wiederholt, der sie zum Weltrekord geführt hat. Dafür verbrachte das Nationalteam im Juli dreieinhalb Wochen in der Höhe von Colorado Springs. „Wenn Du da zurück kommst, fällst Du erst einmal in ein Loch. Dann kommt der gewünschte Leistungsanstieg. Den habe ich in Köln gehabt, alles nach Plan“, erläuterte Maximilian und strotzt vor Selbstbewusstsein: „Ich bin super drauf und überzeugt, dass wir eine super Zeit fahren werden. Es muss alles gut laufen. Und dann bleibt ab zu warten, was die anderen vorlegen. Wir wollen auf jeden Fall eine Medaille, natürlich am liebsten Gold.“

Die Anderen, das sind vor allem die Briten und Franzosen. Die Formation des Gastgebers wird übrigens ein Ex-Deutscher in Fahrt bringen. Der 19-jährige Philip Hindes wuchs in Kaiserslautern auf und nahm die britische Staatsbürgerschaft an. Sein Vater hatte einst in Deutschland gedient. „Ich mag das britische Team mehr als das deutsche. Die britische Mentalität ist besser als in Deutschland, die Leute sind netter hier“, so der Bronzemedaillengewinner bei der Junioren-WM 2010, da trug er noch das deutsche Trikot. Für die Briten war er ein Segen, denn vorn, auf Position eins, klaffte eine deutliche Lücke beim Trio des Gastgebers. Ob Hinges sie schließen kann? Ab 17.15 Uhr werden wir es wissen.

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