aus der Klinik entlassen

Märkische Oderzeitung vom 24. Mai 2014

Radsprinter Maximilian Levy in Birkenwerder operiert

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Chefarzt Dr. Karsten Labs hat mich bereits zum zweiten Mal in der Asklepios-Klinik Birkenwerder operiert. Vielen Dank an die Klinik und Dr. Labs, die für mich mehr gemacht haben, als sie hätten tun müssen.

Birkenwerder (MZV) Ein prominenter Patient wurde am Freitagvormittag aus der Asklepios-Klinik Birkenwerder mit besten Genesungswünschen verabschiedet. Der vierfache Bahnradsport-Weltmeister und dreifache Olympia-Medaillengewinner Maximilian Levy war nach seinem Sturz bei der Weltmeisterschaft in Cali (Kolumbien) am rechten Schlüsselbein operiert worden.

Sie sind schon alte Bekannte – der Privatdozent Dr. med. Karsten Labs, Chefarzt der Abteilung für Orthopädie in Birkenwerder, und der 26-jährige Weltklasse-Sportler. Bereits im Jahr 2010 hatte der Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin den Cottbuser nach einem Sturz bei der Europameisterschaft in Polen behandelt. Damals war es das linke Schlüsselbein.

Am 28. Februar dieses Jahres passierte es erneut. Levy hatte am Vortag mit der deutschen Mannschaft in Cali WM-Silber im Teamsprint geholt. Nun stand er mit großen Medaillen-Hoffnungen im Keirin-Finale. „In der Kurve gab es eine Berührung mit einem Gegner. Wir hatten etwa 75 Stundenkilometer drauf. Ich verlor das Gleichgewicht und stürzte. Als ich wieder zu mir kam, wusste ich sofort, was passiert war. Die Schmerzen kamen mir bekannt vor“, erzählt Levy auf seinem Bett auf der Station 5 sitzend. Neben ihm Dr. Karsten Labs, der ihn am 19. Mai zwei Stunden lang operiert hat.

Doch bis es dazu kam, durchlitt Levy eine schlimme Zeit. Denn nach der Verletzung in Cali erschien ein Rückflug nach Deutschland zu risikoreich. „Es besteht bei solchen Verletzungen immer die Gefahr einer Durchspießung des Gewebes durch in Fehlstellung befindliche Knochenenden. Ein langer Flug nach Deutschland wäre nicht ratsam gewesen“, sagt Labs. So wurde dann vor Ort in Kolumbien operiert. Als Levy wieder nach Hause kam, begab er sich direkt vom Flughafen in Berlin zu Dr. Karsten Labs, der noch eine Dependance in der Friedrichstraße hat. Dort wurden die nächsten Schritte besprochen. Levy machte dann noch Urlaub.

Doch nach drei Wochen verstärkte sich die Entzündung durch die eingesetzte Platte. „Wir mussten handeln. Und am 26.März haben wir dann alles wieder ausgebaut. Mit einem Jetlavage, das ist ein Druckspüler, der die Knochen regelrecht kärchert, haben wir Knochen und Gewebe gereinigt. Maximilian bekam dann vier Wochen lang Antibiotika, eine Woche direkt über das Gefäßsystem hier in der Klinik und drei Wochen als Medikament in Tablettenform zu Hause“, erinnert sich Dr. Labs. In dieser Zeit, am Oster-Wochenende, heiratete Levy seine langjährige Lebensgefährtin, die ehemalige Radsportlerin Madeleine Sandig, mit der er die einjährige Tochter Tessa hat.

Am 19. Mai folgte die nächste Operation. In zwei Schritten wurde die Defektstrecke am Schlüsselbein behandelt. Auf jeder Seite wurden 0,7 Zentimeter vom Schlüsselbein weggesägt. Ein Stück Knochen aus dem Beckenkamm wurde in die verletzte Region eingesetzt und der Knochen mit einer winkelstabilen Titanplatte erneut stabilisiert. „Es wäre sonst ein Falschgelenk geworden, mit dem Leistungssport auf diesem Niveau nicht mehr möglich ist. Jetzt sollten wir auf Holz klopfen und hoffen, dass die Heilung gut verläuft“, so Labs. Die Laborbefunde und Röntgenbilder seien laut dem Chefarzt nun alle sehr gut. Doch Antibiotika müssen weiter genommen werden. Eine gewisse Gefahr ist immer noch gegeben.

In Gefahr sind auch die nächsten Ziele von Maximilian Levy, der seit seinem zehnten Lebensjahr als Radsportler aktiv ist. „In spätestens einem Jahr muss ich wieder mein bisheriges Niveau haben, dann ist eine Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro noch möglich“, blickt Levy voraus. Beim Olympia-Physiotherapeuten wird es zunächst darum gehen, wieder konditionell zuzulegen. „Anfang Juli will ich dann wieder aufs Rad. Der deutsche Radsportverband will beim Weltverband UCI eine Wild Card für die Weltmeisterschaften im Februar beantragen. Aber ob das klappt, ist unsicher“, sagt Levy.

An ein Ende seiner Karriere verschwendet er auch nach der zweiten schweren Verletzung keinen Gedanken. „Ich war vorher noch nie gestürzt. Man wird danach auch nicht ängstlicher.“ Auch Bundestrainer Detlef Uibel ist durchaus zuversichtlich, dass sein Schützling wieder zurückkommen wird: „Maximilian muss jetzt Ruhe bewahren und nicht zu schnell mit dem Training beginnen. Dann bin ich mir sicher, dass er wieder den Anschluss finden wird.“ Dies hofft auch der sportbegeisterte Dr.Karsten Labs. Und wenn Maximilian Levy dann seinen nächsten Titel holen sollte, wird er sicher zu den ersten Gratulanten gehören.

Mein erster Spaziergang in der Klinik nach der OP:-))

Mein erster Spaziergang in der Klinik nach der OP:-))

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1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort

  • Freier Werner und Regine
    31. Mai 2014 11:33

    Lieber Maximilian, dieser Kommentar in der Zeitung und das besondere Lob an den Herrn
    Professor haben uns sehr gefallen. Es geht alles gut, das wirst du sehen, denn bei deinem
    Optimismus klappt sicher auch Rio. Wir wünschen es dir von ganzem Herzen und drücken für weitere
    Genesung ganz fest die Daumen. Du bist ein harter Bursche und auch ein Kämpfer dazu und wirst
    deine bevorstehenden Ziele mit Bravour bewältigen. Die nötige Unterstutzung hast du von deiner
    Familie und das zählt ja auch gewaltig. Also toi, toi, toi und ganz herzliche und aufrichtige Grüße
    von den 2 Freier`s.

    Antworten

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