DM = ein Schritt in Richtung Rio

lenker„Ich bin wieder da, wo ich hingehöre!“, war das DM-Fazit von Maximilian am Sonntag

(jes) Der erste Auftritt von Maximilian bei der diesjährigen DM ließ sein Lächeln vermissen. 1:01,990min brauchte er über die vier Runden im Berliner Velodrom, das bedeutete Silber im 1000 Meter Zeitfahren. Entsprechend zerknirscht wirkte dann auch sein Statement auf der eigenen Facebook-Seite: „Ich konnte über 1000m heute eine Silbermedaille gewinnen.“, naja, das hieß wohl mehr, sch…, ich wollte Gold. „Zu wenig Reifendruck auf dem Hinterrad“, hörte ich aus dem Fahrerlager, doch Max selbst am vergangenen Freitag: „Bei dem Leistungsniveau gewinnst Du nicht so nebenbei eine DM. Glückwunsch an Max zu Gold (Maximilian Dörnbach gewann in 1:01,824min., Anm. jes). Meine Vorbereitung galt dem Sprint. Und wenn ich morgen Gold hole, stimmt alles.“

Gold im Sprint, Gold im Keirin – am Sonntagmittag stimmte mehr als alles. Denn es waren nicht allein die beiden Goldenen, die alles stimmig machten, es war mehr die Art und Weise, wie Max sie gewann. In der Qualifikation für den Sprint fuhr er als Einziger unter 10sec (9,971). Das Velodrom fieberte im Verlauf der Sprintwettbewerbe dem Duell Levy – Förstemann (10,087) entgegen. Der Drittschnellste und Schnellste der Quali standen sich dann endlich im Finale gegenüber. Im ersten Lauf kam Robert ca. eine Radlänge später als Max über den Zielstrich, im engen Sprint geht es sonst um Millimeter. Im zweiten gab Robert ausgangs der Zielkurve das Rennen auf.

Im Keirin dominierte Max das Klassement nicht anders. Die beiden ersten Läufe wirkten fast wie Trainingseinheiten, die es nicht wirklich waren. Im Finale fuhr Max seine eigene Taktik, drehte eine Runde vor Schluss richtig auf und niemand konnte Paroli bieten. Teamkollege Ete Balzer freute sich am Ende über Bronze.

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Berliner Morgenpost vom 14. Juni 2015
von Matthias Brzezinski

Bahnrad-Bundestrainer Detlef Uibel schaute zufrieden aus an dem kleinen, weiß eingedeckten Bistrotisch im Berliner Velodrom. „Berlin war für den Sprintbereich eine ganz wichtige Veranstaltung, bei der vor allem Maximilian Levy gezeigt hat, wie sehr er bereits auf die anstehenden Weltcuprennen und sicher auch auf Olympia 2016 in Rio fokussiert ist. Wenn auch die Gedanken an die Spiele in Brasilien noch nicht absolut in den Vordergrund treten sollten“, begann Uibel sein Fazit. Der 56-Jährige, 1981 in Brünn selbst WM-Dritter im Sprint der Amateure, hat die Qual der Wahl. „Wir haben, neben dem momentan absolut souveränen Levy, sechs, sieben starke Sprinter. Bei den meisten stimmt auch schon die Fokussierung auf die vor uns liegenden Rennen, aber nicht bei allen“, so der Coach. Ein Seitenhieb auf Robert Förstemann. Der 29 Jahre alte Teamsprint-Weltmeister erlebte in Berlin eine Rutschpartie. Im Team noch mit DM-Gold belohnt, gab es im Einzel-Finale eine herbe Packung in zwei Läufen durch den überragenden Levy. Der Kampf um den Keirin-Titel endete für ihn gar mit Rang zwölf unter den zwölf Finalisten. Förstemanns Kommentar bestand aus einem Wort: „Sch….“.

Vom Bundestrainer angezählt

Uibel wurde deutlich: „Robert hat nur noch eine Chance für die Olympianominierung, wenn er sich als Anfahrer gegen Rene Enders durchsetzt. Seine Chance ist allerdings intakt, denn es ist noch genug Zeit bis zur Nominierung.“ Maximilian Levy, neuer Meister im Sprint und Keirin, blieb zurückhaltend. Nach drei Operationen an der rechten Schulter freute sich der 28 Jahre alte gebürtige Berliner einfach über ein „geile Meisterschaft. Nach meiner Verletzung schaue ich nur von Rennen zu Rennen. Wenn ich meine Form halten kann, bin ich in Rio sicher dabei“, so der viermalige Weltmeister.

Video Goldfahrt Sprint

Video Goldfahrt Keirin

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3 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Glückwunsch! Weiter so. Wir freuen uns mit Dir. Vorallem nach Deiner Verletzungspause so wieder an die Spitze zu fahren. Meisterlich!!!!
    herzlich Michaela

    Antworten
  • Dagmar Unger
    3. August 2015 13:11

    Lieber Maximilian,

    erst jetzt kam ich dazu, ältere mails aufzuarbeiten, schaue aber noch immer in der Zeitung, o ich etwas über Sie lese. An dieser Stelle auch noch einmal meinen allerhöchsten Glückwunsch zu diesen und weiteren Erfolgen. ich weiß nur zu gut, wie schnell Stürze die Laufbahn beenden können. Es wieder ganz nach vorne zu schAFFEN, erfordert neben Talent und eiserner Disziplin eben auch ein knochenhartes Training. Weiterhin so viel Erfolge.
    Freundlichst Ihre „alte“ Lehrerin D. Unger

    Antworten
  • Hi Max,

    der Radsport ist in den letzten eineinhalb Jahren etwas an mir vorbeigegangen. Ueber den Buschfunk hoerte ich nur mal, dass Du gestuertzt waerstt. Ich finde es grandios, dass Du so schnell wieder dort bist, wo Du definitive hingehoerst.
    Fuer die Zukunft wuensche ich Dir alles Gute, beste Erfolge und vor allem Gesundheit. Ich glaube an dich.

    Liebe Gruesse,

    Der Vorrundengegner. 😉

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